Kuventhaler Kapelle

Auf den ersten Blick macht sie einen viel älteren Eindruck, aber das kleine Bruchsteingemäuer neben der Linde in der Dorfmitte wird tatsächlich erst 150 Jahre alt. Umrahmt und fast zugebaut von den umliegenden Hofstellen ist dieses am 3. November 1861 eingeweihte Kapellengebäude aber bereits der dritte sakrale Bau für unser Dorf auf diesem Platz.

Die Anfänge einer kirchlichen Stätte in Kuventhal verlieren sich im Dunkel der Geschichte. Nach der Christianisierung unserer Gegend und der Gründung vieler Stifte und Klöster werden auch in einigen umliegenden Dörfern schon in frühester Zeit Kirchen oder Kapellen erwähnt. Für Kuventhal, das erstmals 1257 in schriftlichen Quellen genannt wird, fehlen leider speziell für die älteste Zeit Angaben zu einer Kapelle.

Der Einbecker Stadthistoriker Harland hat in einem 1883 veröffentlichten Aufsatz angenommen, dass es bereits im ehemaligen Vorwerk des 13. Jahrhunderts, dem Vorgänger des heutigen Dorfes eine gottesdienstliche Stätte gegeben hat. Später dann, nach Verfall dieses Vorwerkes und des daneben entstandenen Dorfes soll von den damaligen Grundherren im Dorfe, den Herren von Berckefeldt, eine Kapelle gegründet worden sein und dies sei im Jahre 1592 am jetzigen Standort erfolgt. Leider sind darüber keine schriftlichen Aufzeichnungen erhalten geblieben, auch eine Gründungsurkunde ist bislang nicht bekannt geworden. Erste Hinweise auf eine kirchliche Stätte in Kuventhal stammen aus dem Jahre 1484 und auch 1544, wo die Gemeinden Kuventhal und Andershausen visitiert wurden und die Reformation endgültig eingeführt wurde.

Für die frühe Zeit des 13. und 14 Jahrhunderts ist auch eine Verbindung nach Brunsen nicht auszuschließen. Diese soll dann mit Anlage der Landwehr unterbrochen sein und so die Verbindung zum Stift St. Alexandri in Einbeck entstanden sein. Seit 1544 ist sicher bekannt, dass die Kapellengemeinden Kuventhal und Andershausen zur Münstergemeinde nach Einbeck gehören.

Mit den ab 1629 vorhandenen Kapellenregistern werden die Quellen dann reichhaltiger. Die alte Kapelle wurde, wie weite Teile des Dorfes auch, im 30-jährigen Krieg völlig zerstört. „Sie sei klein und eng gewesen und so beschädigt, dass man nicht trockenen Fußes darin stehen könne“, heißt es in einem alten Bericht. Im Jahre 1665 hat es einen Neubau gegeben. Die Baukosten von 116 Talern brachten die Einwohner des Dorfes auf, aus Andershäuser Kapellenvermögen kam ein Zuschuss von 23 Talern. Das Dorf Andershausen und die dortige Kapelle waren komplett zerstört.

Die Kuventhaler Kapelle genügte in der folgenden Zeit allen dörflichen Anforderungen, hatte aber doch im Laufe der Jahre stark gelitten. Viele Reparaturen und Ausbesserungen waren notwendig. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war ihr Zustand so schadhaft, dass ein Gutachten schwere Bauschäden bescheinigte und Prieche und Kanzel einzustürzen drohten; ebenso müssten Dach und Turm erneuert werden.

So reifte die Einsicht, dass ein Neubau unumgänglich sei. Nach vielen unterschiedlichen Ansichten, Meinungsverschiedenheiten und Abwägen aller Umstände konnte sich der favorisierte neue, großzügigere Standort im Mühlengarten dann doch nicht durchsetzen - es wurde der Neubau wieder am Standort der alten Kapelle beschlossen und ausgeführt. Die Baukosten betrugen 1400 Taler. Daneben wurden viele freiwillige Hand- und Spanndienste aus beiden Kapellendörfern geleistet.

Die Einweihung fand am 3. November 1861 statt. Mit dabei waren unter anderen der weltliche Kirchenkommissar Wenckebach, Stiftskantor Harland, Lehrer Burgdorf, die Kapellenvorsteher aus beiden Dörfern und zahlreiche Mitglieder der Gemeinden, wie es im Einbecker Tageblatt damals berichtet wurde. Erwähnenswert ist, dass seinerzeit bei der Bauplanung pro Haushalt 2 1/2 Sitzplätze in der Kapelle gerechnet wurden.

Nach weiteren Umbauten und Erneuerungen verfügt die Kapellengemeinde heute über ein intaktes Gebäude, gut auf die Verhältnisse in beiden Dörfern zugeschnitten.

Das kirchliche Leben ist intakt. Es werden ca. alle 2 Monate Gottesdienste gefeiert. Das Besondere ist, dass die Bläsergemeinschaft Kuventhal-Einbeck diese Gottesdienste immer musikalisch umrahmt.

Unsere Kapelle hat das Signet "Offene Kapelle" erhalten und ist am 365 Tagen im Jahr 24 Stunden geöffnet.

Durch den Abbruch eines baufälligen Hauses in der Nähe der Kapelle hat der Platz südlich des Kapellengebäudes sehr gewonnen. Er wurde in Eigenleistung von den Bewohnern hergerichtet und ausgebaut. Am 1. September dieses Jahres soll die Einweihung im Rahmen eines Abendgottesdienstes erfolgen.

 

Friedhof für Kuventhal und Andershausen 1909


Dieses Thema wird später noch bearbeitet.

 

Die neue Glocke für die Kapelle 1908


Dieses Thema wird später noch bearbeitet.

 

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